Antigone Exp. N°2

EIN MUSIKTHEATERABEND NACH “ANTIGONA” VON TOMMASO TRAETTA –

ZWISCHEN INDIVIDUALISIERTER MASSE UND VIRTUALITÄT

 

Premiere in Lausanne in der Fondation Deutsch Oktober 2020

Berlin Theater im Delphi November 2020

Basel Gare du Nord Feb/März 2021

 

Ein Projekt von AGORA und LUX:NM

Konzept/Regie/Ausstattung/Dramaturgie: AGORA

(Benjamin David, Anna Brunlechner, Valentin Köhler, Jana Beckmann)

Musiker: LUX:NM

Arrangement: Markus Syperek

Antigone: Lisa Tatin

Kreon: Joshua Stewart

Chorleitung: Dominique Tille

Chor Lausanne: Voix de Lausanne / Chor Basel: pourchoeur

 

Digitale Technik: VOGO

Programmierung: Luciano Pinna

Produktionsleitung: Maxine Devaud – Maxinthewood Productions

Animation und 3D Objekte: Simon Ott

 

Mit freundlicher Unterstützung von

Hauptstadtkulturfonds Berlin
Loterie Romande
Ernst Göhner Stiftung
DVDIM Immobilier

Tommaso Traettas Werk bietet eine ideale Vorlage für die Entwicklung einer individualisierten und immersiven Aufführung des Musiktheaters. Anknüpfend an die erste Stückentwicklung „Ulysse Exp. N° 1″ in Lausanne, soll die Idee der privaten unmittelbaren und digitalen Erfahrbarkeit eines Werkes hier auch das Moment der Gruppendynamik verstärkt untersucht werden. Neben vielfältigen aktuellen Bezügen, die u.a. an Feminismusdebatten und Frauenrechtsbewegungen anknüpfen, bildet der Chor und damit eine grosse Gruppe von Menschen das musikalische Zentrum des Werkes. Verschieden gestaltete Chorpassagen, welche das Werk unterteilen, geben ihm den Charakter eines Requiems.

Antigone Exp. N° 2 versucht diese faszinierende Besonderheit zu erkunden. Was ist dieser Chor, dieses Volk, diese Menschenmenge dieses Objekt, das so oft als wildes Tier beschrieben wird und so schwer zu bändigen ist? Welchen Einfluss hat kollektive Intelligenz?

Der Aufstieg der Nationalisten in verschiedenen europäischen Ländern, die politischen, sportlichen oder künstlerischen Demonstrationen, die alltägliche Dynamik der Menschenmassen, die sozialen Netzwerke: All das sind aktuelle Themen die sich mit dem Einzelnen und der Gruppe beschäftigen und denen sich niemand entziehen kann. Wie kann man sich angesichts dieser mächtigen Massen als Individuum verhalten? So klein ein Individuum einer Gruppe, einer Menschenmenge oder einem Volk erscheint, es ist dennoch für sein Handeln verantwortlich.Es soll an jedem Spielort mit einem regionalen Jugendchor gearbeitet werden.

In unserer Stückentwicklung von „Antigone“ wird das Publikum Teil der Chorszenografie. Jede/r Einzelne steht so vor der Frage, inwiefern er/sie sich ins Verhältnis zur Gruppendynamik setzt. Einige Menschen fühlen sich betroffener als andere, je nachdem wie weit sie vom unmittelbaren Geschehen der Szene entfernt sind. Es ist jedoch unmöglich, einer Wahl zu entgehen, dadurch muss man eine Haltung einnehmen.

SZENOGRAFIE UND VIRTUELLE SZENOGRAFIE

Antigone Exp. N° 2 ist ein immersives Projekt, bei dem das Publikum dazu eingeladen ist, sich frei zu bewegen oder einem bestimmten Protagonisten zu folgen. Jeder Zuschauer und jede Zuschauerin erlebt Antigone Exp. N° 2 unterschiedlich. Der Verlauf der Aufführung hängt von den individuellen Entscheidungen, Wünschen und Impulsen ab. Die eigene Wahrnehmung zählt.